Ziel dieser Schrift ist es, Begriffe wie Seele, Inkarnation und Universum wieder bewusst in den entsprechenden Kontext zu stellen und einem wirklichen Begreifen zugänglich zu machen. Kontext bedeutet dabei, dass man sich zuerst das Prinzip der Dualität in der gesamten Schöpfung vergegenwärtigen muss, ohne das ein wirkliches Verstehen überhaupt nicht möglich ist. Denn es handelt sich im Universum immer um Polaritäten, in die unser menschliches Bewusstsein eingespannt ist. Diese dualen Begriffspaare bilden den begrenzenden Rahmen des menschlichen Denkens. Solche rahmenbedingende Begriffspaare sind:
GEIST und MATERIE
IDEE und MANIFESTATION
BEWUSSTSEIN und GESTALT
EWIGKEIT und ZEIT
ZUSTAND und PROZESS
UNENDLICHKEIT und RAUM
Diese polaren Begriffspaare sind in ihrer Gegensätzlichkeit keine getrennten, sondern sich immer zur Einheit ergänzende, die von der Liebe in Gott wieder integriert werden. Denn Gott ist selbst die Liebe und zugleich die integrierende Monade seiner Schöpfung. Der Geist Gottes durchflutet das Universum als das Schöpferische schlechthin im Sinne einer unermesslichen Kraft. Diese Kraft bedarf einer Gegenkraft in der Schöpfung, um darin in Erscheinung zu treten. Diese Erscheinlichkeit Gottes ist die Schöpfung als die bedingende Voraussetzung für die Involution des Geistes in die Materie. Es ist der Schöpfungsprozess schlechthin, jener unendliche Prozess der Verwirklichung des Schöpfers in seiner Schöpfung, in dem der Geist in der Materie Gestalt annimmt und zur materiellen Manifestation wird. Dieser Prozess der Involution des Geistes in die Materie trat im Licht als erster Emanation aus Gott heraus: „Es werde Licht!“, um dann in einem permanenten Prozess ewig und unendlich sich zu manifestieren und Gestalt anzunehmen.


