INHALT:
Die Naturwissenschaften haben sich bisher auf den beobachtbaren und messbaren, bzw. theoretisch erforschbaren Teil unserer Welterfahrung beschränkt, um als exakte Wissenschaften bestehen zu können. Die Sinnfrage und die Frage nach metaphysischen Zusammenhängen blieb dabei immer den Geisteswissenschaften vorbehalten. Seit Beginn der modernen Naturwissenschaften (Kopernikus, Galilei, Newton) bis zu Beginn des 20. Jh. funktionierte diese Aufteilung zunächst mit Gewinn für beide Seiten: Denn zu Beginn der Neuzeit lösten sich beide – Naturwissenschaften wie Geisteswissenschaften – von der bis dahin geltenden Zensur durch die Kirche; und erst von da an galt de facto (wenngleich nicht immer de jure) die Freiheit von Forschung und Lehre zur exakten Befragung und Beschreibung der physischen Welt (Natur) einerseits und zum philosophisch-weltanschaulichen Pluralismus in der Beantwortung der Sinnfrage andererseits.


